Mit Motorrädern gegen den Stau auf den Straßen

Mit Motorrädern gegen den Stau auf den Straßen

Alle Jahre wieder – warnen die großen deutschen Automobilclubs vor dem Beginn der Herbstferien in Nordrhein-Westfalen: Ferienzeit, das heißt immer auch Reisezeit und auf den deutschen Straßen damit erhöhte Staugefahr. Doch damit nicht genug: Millionen Pendler erleben in- und außerhalb der Ferien auf Deutschlands Straßen Tag für Tag den Stop-And-Go, der unglaublich viel Zeit verschlingt, die sinnvoller, zum Beispiel mit der Familie, genutzt werden könnte.

Ursachen von Staus

Als Hauptursache für Staus auf Deutschlands Autobahnen gelten Baustellen, in den Städten sind es meist Engpässe oder Störungen in der Verkehrsführung. Immer läuft es darauf hinaus, dass einige wenige Fahrzeuge in besonders stressigen Verkehrssituationen – beispielsweise bei der Einfädelung in einem Reißverschluss vor einer Fahrbahnverengung – falsch oder zu langsam reagieren und in einem komplexen, häufig untersuchten Vorgang schließlich einen langen Stau verursachen. Da es aufgrund der provisorischen Natur von Baustellen oft nicht möglich ist, den Verkehrsfluss zu optimieren, müssen andere Lösungen zur Vermeidung von Staus gefunden werden.

Das Platzproblem

Verkehrsmittel mit vier oder mehr Rädern benötigen viel Platz. Das wird besonders dann deutlich, wenn in einer Baustelle eine verengte Fahrspur angelegt wurde: Die linke Spur ist auf einmal deutlich leer, da manche Fahrzeuge für diese Spur tatsächlich zu breit sind und Fahrer in anderen Fahrzeugen das Gefühl haben, zu wenig Platz zum Manövrieren zu haben. Gefährliche Manöver, die beispielsweise zum Überholen eines LKWs durchgeführt werden, sind durch einen ständigen Wechsel von Brems- und Beschleunigungsvorgängen ebenfalls ein häufiger Staugrund. Wenn es also nicht möglich ist, die Spuren zu verbreitern, werden schmalere Fahrzeuge benötigt.

Zwei- statt Vierräder

An dieser Stelle lohnt es sich, über den verstärkten Einsatz von Zweirädern nachzudenken. Ein Motorrad benötigt – wenn überhaupt – nur die halbe Fahrspur eines PKWs und ist außerdem kürzer, auf derselben Fahrbahnfläche lassen sich also wesentlich mehr Fahrzeuge unterbringen. Beobachtet man den morgendlichen Berufsverkehr, es fällt auf, dass eine sehr große Anzahl der Fahrzeuge fast leer unterwegs ist. Böse formuliert könnte man sagen, dass der Fahrer eine Reihe Leersitze spazieren fährt. Gerade im Berufsverkehr kann das Motorrad seine Stärken voll ausspielen: Steigt eine PKW-Fahrerin oder ein PKW-Fahrer auf dasselbe um, nimmt er wesentlich weniger Platz in Anspruch. Zwei Motorräder können auf der Fläche eines PKWs halten, hinzukommt, dass der Benzinverbrauch und damit der CO2-Ausstoß von Zweirädern in der Regel wesentlich niedriger ist als der von Vierrädern. Natürlich wird es trotz zahlloser Vorteile unmöglich sein, den gesamten Vierradverkehr auf Zweiradbetrieb umzustellen. Will man ostasiatische Verhältnisse vermeiden, muss man eingestehen, dass Motorräder als Warentransportmittel schlechter geeignet sind als PKWs oder LKWs. Es kann auch witterungsbedingte Nachteile geben und beim Einsatz einer Fahrgemeinschaft hat der PKW schnell die Nase vorn. Allerdings lohnt es sich gerade für die Menschen, die ohnehin ein Motorrad – oder auch einen Motorroller – in der Garage stehen haben, darüber nachzudenken, dieses statt des Autos im Berufsverkehr zu verwenden. Gehen genügend Menschen mit gutem Beispiel voran, lassen sich die unzähligen Vorteile besonders zu verkehrsstarken Zeiten schnell ausspielen.

Bildquelle: Marianne Mayer – Fotolia

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